Nachdenkliches


Die zehn Gebote

pfote  I.  pfote
Mein Leben dauert etwa 15 Jahre.
Jede Trennung von Dir wird für mich ein Leiden bedeuten.
Bedenke es, eh Du mich anschaffst.

pfote  II.  pfote
Gib mir Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst.

pfote  III.  pfote
Pflanze Vertrauen in mich, denn ich lebe davon.

pfote  IV.  pfote
Zürne nie lange mit mir und sperr mich nicht zur Strafe weg.
Du hast Deine Arbeit, Deine Freunde, ich hab nur Dich allein.

pfote  V.  pfote
Sprich manchmal mit mir, wenn ich auch Deine Worte nicht alle verstehe,
so doch deine Stimme die sich an mich wendet.

pfote  VI.  pfote
Wisse: Wie immer Du an mir handeln wirst, ich vergesse es nie.

pfote  VII.  pfote
Bedenke, eh du mich schlägst, meine Pfoten sind schnell, meine Kralle scharf
und können arg verletzen. Und doch tue ich es nie.

pfote  VIII.  pfote
Eh Du mich bei Deiner Arbeit unwillig schiltst, so bedenke
vielleicht plagt mich ein ungeeignetes Futter oder ich habe ein trauriges Herz.

pfote  IX.  pfote
Kümmere Dich um mich wenn ich alt werde, Du wirst es auch einmal sein.

pfote  X.  pfote
Gehe jeden Weg mit mir und sei er noch so schwer,
sag nie "so etwas kann ich nicht sehen"
oder
"es soll nicht in meiner Gegenwart geschehen",
denn alles ist leichter für mich wenn Du bei mir bist.




(IRONIE AN)

pfote   Wie man es macht, ist es verkehrt!

  • Hat ein Züchter wenige Katzen ist er ein Vermehrer, da er immer dieselben Verpaarungen wiederholt.
  • Hat ein Züchter viele Katzen, ist er ein Massenzüchter und will damit nur Geld machen.
  • Gibt ein Züchter aus der Zucht genommene Kastraten ab, hat er eine Katzendurchlaufstation.
  • Behält ein Züchter die Kastraten, hat er zu viele Katzen und verliert den Überblick.
  • Hat ein Züchter nur zwei Kastraten, sind das Alibikastraten.


  • Hat ein Züchter einen Kater, ist er ein Vermehrer, da er ständig die Verpaarungen wiederholt.
  • Hat ein Züchter mehrere Kater und separiert diese, hat er eine schlechte Katerhaltung.
  • Hat ein Züchter mehrere Kater und separiert diese nicht, weiß man von wem die Kitten sind?


  • Geht ein Züchter zum Fremddecken, dann drückt er die Probleme der Katerhaltung den Katerhaltern auf.
  • Gibt ein Züchter seinen Kater zum Fremddecken frei, dann beutet er seinen Kater aus.
  • Gibt ein Züchter seinen Kater nicht zum Fremddecken frei, will er Linien nicht teilen.


  • Hat das Haus Gebrauchsspuren von den Katzen, ist die Zucht unsauber, vor allem wenn man auch noch den Kater riecht.
  • Sieht und riecht man im Haus nichts von den Katzen, sperrt er die Katzen weg und ist ein Tierquäler.


  • Geht ein Züchter testen, dann sieht er nur noch Erbkrankheiten.
  • Geht ein Züchter nicht testen, sind ihm Erbkrankheiten egal.
  • Redet er übers Testen, dann redet er die Rasse krank.
  • Redet er nicht übers Testen, dann verheimlicht er was.
  • Veröffentlicht er unangenehme Testberichte, dann macht er ganze Linien verdächtig.
  • Veröffentlicht er keine unangenehmen Testergebnisse, dann kastriert er heimlich und macht mit der Nachzucht weiter.


  • Hat ein Züchter Kitten mit gesundheitlichen Problemen und redet darüber, dann ist seine Zucht verseucht.
  • Hat er gesundheitliche Probleme mit Katzen und redet nicht darüber, dann verseucht er andere Zuchten und Katzenhaushalte.
  • Hat ein Züchter mal ein Kitten verkauft, das anschließend krank wurde, macht er das immer so, und alle Katzen und Kitten dieses Züchters sind krank.
  • Kauft/nimmt ein Züchter ein krankes Kitten oder Katze zurück und bringt diese im eigenen Haushalt unter, handelt er verantwortungslos den Stammkatzen und deren Kitten gegenüber.
  • Nimmt er Kitten/Katze nicht zurück, da das Risiko für die Stammkatzen und deren Kitten zu groß ist, dann ist es ihm egal, wie es den von ihm gezüchteten Katzen geht.
  • Verkauft ein Züchter keine Jungtiere in die Zucht, dann bringt er die Rasse nicht voran.
  • Verkauft er an andere Züchter, dann verbreitet er die Linien zu sehr.


  • Hat ein Züchter eine Katze von einem Züchter, den ein anderer Züchter nicht leiden kann, dann kann der andere Züchter ihn auch nicht mehr leiden.
  • Verkauft ein Züchter eine Katze an einen anderen Züchter, den andere Züchter nicht leiden können, können die anderen Züchter den dann auch nicht leiden.
  • Haben mehrere Züchter keinen Streit miteinander, dann sind sie eine Lobby.
  • Arbeitet ein Züchter mit einem anderen Züchter zusammen, dann kann das ja sowieso nicht lange gut gehen.


  • Besucht ein Züchter mit seinen Katzen keine Ausstellungen, dann ist es ein Hinterhofzüchter.
  • Besucht ein Züchter mit seinen Katzen Ausstellungen, dann ist er ausstellungs- und pokalsüchtig.


  • Schreibt ein Züchter auf Mailinglisten, dann will er sich nur in den Mittelpunkt spielen.
  • Schreibt ein Züchter nichts auf den Listen, dann ist er ein Listenschmarotzer.
  • Schickt ein Züchter Bilder auf die Listen, dann will er nur Kitten verkaufen.
  • Schickt ein Züchter Showresultate auf die Listen, dann ist er ein Angeber.
  • Schickt ein Züchter keine Bilder und keine Showergebnisse auf die Listen sind die Katzen/Kitten entweder krank oder hässlich.
  • Verkauft ein Züchter für viel Geld, ist er ein Wucherer.
  • Verkauft ein Züchter für wenig Geld, dann macht er die Preise kaputt.
  • Verkauft ein Züchter an Anfänger, dann fördert er die Zahl der Zuchtanfänger.
  • Verkauft er nicht an Anfänger, dann ist er arrogant und hat was gegen Anfänger.


  • Hat ein Züchter pingelige Verträge, dann sind es Knebelverträge.
  • Hat ein Züchter Standardverträge, dann sind die nichts wert.


  • Informiert sich ein Züchter über Rasse und Zucht, und gibt das Wissen auch weiter, ist er ein Angeber.
  • Informiert er sich und behält das Wissen für sich, ist er ein Egoist.
(IRONIE AUS)



pfote   Wie konntest du nur ...
eine Geschichte von Jim Willis

Als ich noch ein Kätzchen war, unterhielt ich dich mit meinem Herumtollen und brachte dich zum Lachen. Du nanntest mich "dein Baby", und, obwohl ich einiges kaputt machte, wurde ich doch deine beste Freundin. Wann immer ich etwas "anstellte", hobst du mahnend den Zeigefinger und sagtest: "Wie konntest du nur!?", aber schon einen Augenblick später warst du wieder so zärtlich und hast mich eng an dich gedrückt.

Als du im Studium so viel lernen musstest, hattest du natürlich wenig Zeit für mich. Aber ich verstand das immer und spielte mit meinen Bällchen. Ich erinnere mich an all die Nächte, in denen ich mich in deinem Bett ganz eng an dich schmiegte und das Leben vollkommen schien. Du tolltest dann auch wieder mit mir herum und wir genossen die Sonne gemeinsam auf dem Balkon. Von deinem Frühstück gab es für mich immer was vom Schinken, "aber nicht zu viel, das ist für Katzen ungesund!" Und ich schlief solange, bis du von der Arbeit nach Hause kamst. Nach und nach verbrachtest du immer mehr Zeit auf der Arbeit als mit mir, um "Karriere" zu machen. Dann warst du so viel weg, um einen Menschenpartner kennen zu lernen. Ich wartete immer geduldig auf dich, tröstete dich bei jedem Liebeskummer, tapste mit meinen Pfoten deine Tränen vom Gesicht. Und freute mich, als du endlich "deinen" Partner fandest. Zwar keinen Katzenfreund, aber ich respektierte deine Wahl. Ich war glücklich, weil du glücklich warst! Dann kamen nacheinander deine Kinder zur Welt. Ich teilte die Aufregung mit dir. Ich war von den süßen Kindchen so fasziniert, dass ich sie mit bemuttern wollte. Aber du und dein Partner dachten nur daran, dass ich den Kindern schaden, sie gar verletzen könne. Deshalb wurde ich auch noch aus dem großen schönen Raum ausgesperrt.

In dein Bett durfte ich schon lange nicht mehr. Ich liebte die Kinder und wurde "Gefangener der Liebe". Sie fingen an zu wachsen und ich wurde ihre Freundin. Sie zerrten an meinen Ohren, meinem Fell, meinem Schwanz, hielten sich auf wackligen Beinchen beim Laufen lernen an mir fest. Sie erforschten meine empfindliche Nase mit unbeholfenen Fingerchen und ich hielt bei all dem geduldig still. Ich liebte alles an den Kindern, besonders ihre Berührungen, weil deine so selten wurden. Ich war bereit, die Kinder notfalls mit meinem Leben zu verteidigen. Ich war bereit, in ihre Bettchen zu schlüpfen, um ihre Sorgen und Träume anzuhören. Und zusammen mit ihnen erwartungsvoll auf das Motorengeräusch deines Autos zu hören, wenn du in unsere Auffahrt einbogst. Vor langer Zeit, als man dich fragte, ob du ein Haustier hättest, zogst du aus deiner Tasche ein Foto von mir und erzähltest so liebevoll von mir. Die letzten Jahre gabst du nur noch ein knappes "Ja" zur Antwort und wechseltest dann das Thema. Ich war früher "deine Samtpfote" und bin heute "nur eine Katze".

Dann hattet ihr eine neue Karrieregelegenheit in einer anderen Stadt. Du und deine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt waren. Ein Mann hat euch das extra noch gesagt und ihr habt ohne zu Zögern unterschrieben. Beide. Du hattest für dich und deine Familie eine Entscheidung zu finden, die aus deiner Sicht bestimmt richtig war. Obwohl einmal ich deine Familie war. Die Autofahrt machte Spaß, weil auch die Kinder mitfuhren. Als ich merkte, wo wir angekommen waren, war der Spaß zu Ende.

Es roch nach Hunden und nach meinen Artgenossen, nach Angst und nach Desinfektionsmitteln und Hoffnungslosigkeit. Du fülltest Papiere aus und sagtest, dass du wüsstest, dass man ein gutes Heim für mich findet. Die beiden Damen hinter dem Schreibtisch zuckten mit den Achseln und betrachteten dich merkwürdig. Sie verstanden die Wirklichkeit, der eine Katze mit über 15 gegenüberstand. Du hattest die Finger deiner jüngsten Tochter aus meinem Fell lösen müssen, während sie weinte und schrie "Nein, nein! Nehmt mir meine liebe Katze nicht weg!" Ich wunderte mich noch, wie du ihr ausgerechnet in diesem Moment etwas von Freundschaft, Verantwortung und Loyalität vermitteln wolltest. Zum Abschied tipptest du leicht auf meinen Kopf, hast dabei tunlichst vermieden, mir in die Augen zu sehen und lehntest es höflich ab, meine offen daneben stehende Transportbox wieder mitzunehmen. Du hattest einen wichtigen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen. Kurz nachdem du weg warst, sagte eine der netten Damen, du hättest mit Sicherheit schon Monate vorher vom Umzug gewusst und somit wäre Zeit gewesen, einen "guten Platz" für mich zu finden. Sie schüttelten bedrückt den Kopf und fragten leise:

"Wie konntest du nur?"

Die Damen widmeten sich uns, wann immer es ihre Zeit zuließ. Wir bekamen gute und reichliche Mahlzeiten, aber ich verlor meinen Appetit schon vor vielen Tagen. Anfangs hoffte ich unentwegt, dass du eines Tages zurückkommst und mich hier raus holst, wünschte mir, dass alles nur ein böser Traum war und ich eines Tages aufwache ... bei dir zu Hause... Aber du kamst nie. Und wann immer jemand an "meinem" Vermittlungszimmer vorbei ging, presste ich bittend meine Pfoten durch jeden möglichen Spalt. Gab es niemanden, der mich mochte? Niemanden, dem ich all meine Liebe, Dankbarkeit und zärtliche Treue schenken durfte? Die Wahrheit war, dass ich es nicht mit den süßen kleinen knuddeligen Katzenkindern aufnehmen konnte. Unbeachtet, von allen übersehen und vergessen, zog ich mich in eine Ecke zurück, stand nicht mehr auf.

Eines Tages, am Nachmittag, hörte ich Schritte. Man hob mich auf, trug mich über einen langen Korridor, der in einen Raum mündete. Es war ein seliger, ruhiger Raum. Die Frau legte mich auf den Tisch, streichelte behutsam über meinen Kopf und erklärte mir, dass ich mich nicht sorgen solle. Mein Herz schlug voller Erwartung auf das, was nun kommen sollte. Gleichzeitig hatte ich ein Gefühl des Loslösens. Mir, der Gefangenen der Liebe, gingen die Tage aus. Ich war mehr um die nette Frau besorgt als um mich selbst. Ich erkannte, dass sie an einer Last tragen müsse, die Tonnen wog. Sie band leicht etwas um meine Vorderpfote, während eine Träne ihre Wange hinunter kullerte. Ich schob meinen Kopf in ihre Hand, so wie ich es immer bei dir getan hatte, um dir meine Liebe zu zeigen. Ich spürte einen leichten Einstich und eine kühle Flüssigkeit, die in mich hinein floss. Ich streckte mich schläfrig aus, schaute dabei in die freundlichen Augen der Frau und murmelte: "Wie konntest du nur?" Möglicherweise verstand sie mein leises Miauen, denn sie sagte:" Es tut mir leid!" Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht missbraucht, ignoriert und verlassen sein würde. Einen Platz, an dem ich mich nicht verkriechen müsse, einen Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden.

Mit meinem letzten Funken Energie öffnete ich weit meine Augen und sah sie unverwandt an, versuchte ihr so zu sagen, dass mein "Wie konntest du nur?" nicht an sie gerichtet war. Ich dachte an dich, du mein geliebter Mensch. Und ich werde immer an dich denken und auf dich warten. Mein letzter Atemzug ist mein Wunsch, dass dir in deinem Leben immer diese Loyalität widerfahren möge, die mir verweigert worden war...


Dazu einige Worte des Autors: Wenn "Wie konntest du nur?" Ihnen Tränen in die Augen trieb, dann erging es Ihnen genau so wie mir, als ich sie schrieb. Deshalb ist es ausdrücklich erlaubt, diese Geschichte so oft wie möglich weiterzugeben, solange es nicht kommerziellen Zwecken dient. Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass die Entscheidung, ein Haustier aufzunehmen und in eine Familie zu integrieren, wichtig für das ganze Leben sein kann. Dass man ein Haustier nicht einfach aufgeben darf - und wenn es schon nicht anders geht, es wenigstens nicht in ein Tierheim, sondern in eine liebevolle neue Familie geben und sich dankbar von ihm verabschieden muss. Dass Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen, vielleicht mehr als die meisten Menschen ... Jim Willis.



pfote   Die Katze hat sich vorgenommen, dem Menschen ein Rätsel zu bleiben.
(Eugen Skasa-Weiss)